Im besonderen Maße fällt dabei die Jugendarbeitslosigkeit ins Gewicht, die ein hohes Konfliktpotential in sich trägt. Gleichzeitig entwickeln sich durch den Wandlungsprozess große Chancen im Sinne einer an europäischen Grundwerten orientierten demokratischen Gesellschaftsentwicklung.
Ob junge Menschen diese Chancen als bereichernde Perspektive für ihre Entwicklung erkennen oder das Zusammenwachsen mit Skepsis verfolgen, hängt im starken Maße davon ab, ob es frühzeitig gelingt, sie für andere Kulturen zu interessieren und ihnen einen positiven Zugang zu diesen zu ermöglichen. Der seit fünf Jahren existierende deutsch-rumänische Verein Satul Nostru (Unser Dorf), hat sich zum Ziel gesetzt, in der Region Arad (W-Rumänien), Jugendlichen in schwierigen Lebenssituationen und mit Tendenzen zu Straßenkarrieren, Hilfen zur Selbsthilfe zu bieten und es ihnen zu ermöglichen aus eigener Initiative und auf Basis ihrer ganz individuellen Ressourcen Neuorientierungen zu finden und zu gestalten.
Aktuelles
Weihnachten in Tipar 2011
Dieses Jahr feierten wir zusammen mit Brigitte Klauser vom östereichischen Verein Falta Weihnachten im Jugendhaus.
Impressionen und einen Bericht dazu gibt es auf der Homepage von FALTA.
Seit einem halben Jahr gibt es zwischen uns und dem Verein Falta eine intensive Zusammenarbeit. Ein Interview zu den gemeinsam geplanten Projekten gibt es unter: Interview Gitti Klauser mit Steffi Martus, Rumänien Juli 2011
Tipar im Dezember 2011
Wir wünschen allen unseren Freunden, Freundinnen und Förderern eine ruhige und besinnliche Weihnachtszeit und "Alles Gute für 2012!"
DANKE FÜR EURE UNTERSTÜTZUNG, denn nur so war und ist es uns möglich hier in Tipar sehr positve Veränderungen zu schaffen und den Menschen in diesem abgelegenen Dorf Motivation zu geben mitzuverändern.
Tipar im November 2011
Aufgrund einer großzügigen Spende von dem österreichischem Verein FALTA konnten wir noch rechtzeitig, bevor der Winter Einzug hielt, die Tür und die Fenster des Jugendhauses durch isolierende Doppelglasfenster auswechseln.
Und das Geld hat sogar noch für einen vom Dorfschmied geschmiedeten Eisenofen gereicht, welcher nun unseren Tischtennisraum erwärmt, der bisher gar nicht beheitzbar war.
Es ist ein ganz anderes Gefühl sich nun in diesen Räumen aufzuhalten, die vorher doch recht zugig waren.
Ganz Herzlichen Dank an den Verein FALTA!
5 Jahre Jugendhaus
Fast nicht zu glauben, aber wahr. Am 11.11.2011 konnten wir das 5 jährige Bestehen des Jugendhauses feiern.
Mit zwei tollen, gemeinsam mit den Jugendlichen organisierten Festen, eins für die "Großen" eins für die "Kleinen" konnten wir insgesamt etwas über 100 Mitfeiernde zählen, was deutlich ausdrückt, wie wir mittlerweile in Tipar angekommen sind. Es ist ein sehr schönes Gefühl so viel Unterstützung und Mitstreiter und Mitstreiterinnen zu haben.
Auf weitere 5 Jahre!
Tipar im Oktober 2011
Im Oktober gab es die Möglichkeit im Jugendhaus an einem dreiwöchigen Englischintensivkurs teilzunehmen.
Bernhard Vielkind, ein pensionierter Englisch- und Sportlehrer aus Krems/Österreich bot dies den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen aus dem Dorf an.
Begeistert und motiviert waren sie dabei, um ihr Englisch zu verbessern.
Außerdem hatte Bernhard auch einen kleinen Judo-Workshop angeboten, der auf großes Interesse stieß.
Ein Bericht von Bernhard gibt es auch auf der Webseite von Falta.
Tipar im September 2011
Casa Tineretului goes streetart
Für zwei Tage hatten die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit einen Graffiti Workshop zu belegen.
CD und 2Efs, zwei streetart-KünstlerInnen aus Rumänien haben uns besucht und mit den Kindern gemeinsam unser Jugendhaus verschönert.
August/September 2011
Ferien in Leuca
Im Winter haben wir uns diesen schönen Ort schon mal für zwei Tage angeschaut. Danach war klar: "Da müssen wir im Sommer nochmal hin!"
So fuhren wir Ende August zum ersten mal mit 15 Kindern und Jugendlichen für eine Woche ins Ferienlager.
Leuca ist ein abgelegener Ort, eigentlich nur ein Haus neben einem Fluss und außen herum Natur.
Alle waren begeistert!
Für die meisten Kinder war das das erste mal in ihrem Leben, dass sie in diesen langen, dreimonatigen Sommerferien die Möglichkeit hatten in "Urlaub" zu fahren.
Tipar im August 2011
Zum zweiten Mal hatten wir für 6 Wochen eine Praktikantin von der Universität Jena.
Katharina studiert Südosteuropastudien.
Da sie auch rumänisch als Sprache studiert, konnte sie sich gut mit den Kindern und Jugendlichen verständigen und uns beim Jugendhausprogramm unterstützen.
Tipar im Juli 2011
Besuch aus Österreich
Letztes Wochenende haben uns Brigitte Klauser aus Wien und Michael Resch aus Salzburg besucht.
Sie sind vom Verein FALTA, ein österreichisches Hilfsprojekt für Kinder in Not und wollen unsere Arbeit im Jugendhaus unterstützen.
Da Michi ein ausgezeichneter Fotograf und Filmer ist, gibt es auf www.falta.at die aktuellsten Eindrücke aus Tipar zu sehen.
Gitti ist Tanzlehrerin und hat mit uns am Samstagnachmittag getanzt. Begeistert waren ca. 20 kleine und große TeilnehmerInnen dabei und hatten sehr viel Spaß.Gerne würden wir das wöchentlich mit ihr machen.
Toll ist es, dass die zwei wirklich hierher gereist sind um sich ein Bild von Tipar, dem Jugendhaus und den Lebenssituationen der Menschen vor Ort zu machen.
Außerdem gab der direkte Kontakt mit den beiden den Jugendlichen die Möglichkeit einen Einblick zu bekommen, was es heißt Sponsorengelder zu beschaffen, damit "Casa tineretului" überhaupt existieren kann.
Wir in Tipar finden es super, dass ihr vom Verein FALTA jetzt dabei seid!
DANKE!
Tipar / Freiburg im März 2011
Wir gedenken Ansgar
Am Freitag, den 4.3.11 ist unser erster Vorsitzender Ansgar Heilig, Initiator und Mitbegründer des Projektes Satul Nostru für uns alle überraschend und viel zu früh aus dem Leben geschieden.
Am 10.4. haben wir ihn auf seinem letzten Weg begleitet, seinem Willen gemäß wurde er auf dem Friedhof von Tipar beigesetzt.
Wir sind unendlich traurig, der Verlust schmerzt, Ansgar wird uns und die Kinder und Jugendlichen aus Tipar nie wieder mit seiner unnachahmlich fröhlichen und kreativen Art begeistern. Er wird uns und dem Projekt fehlen.
Ansgar ist der geistige Vater von Satul Nostru. Wir sind ihm dankbar, dass er uns angesteckt hat, dass er uns mitgenommen hat auf seinem Weg nach Rumänien, dass er uns begeistert hat für sein Projekt und für die Menschen, vor allem für die Kinder und Jugendlichen aus Tipar.
Ansgar hat ihnen viel bedeutet.
Auf ihre Art haben sie sich bei der Beerdigung verabschiedet:
"Liebe Trauerfamilie, liebe Jugendliche und alle, die hier präsent sind.
An diesem Frühlingstag haben wir uns nicht getroffen um zu feiern, sondern leider, um Abschied zu nehmen von dem, der vor 4 Jahren zusammen mit Steffi das Projekt Satul Nostru gegründet hat, mit der Idee ein Leuchten in das Leben der Jugendlichen von Tipar zu bringen.
Es fällt uns schwer, irgendetwas zu sagen. Wir haben nicht das Recht zu urteilen über das, was geschehen ist, doch in unserer Erinnerung bleibt immer der Ansgar, optimistisch und motiviert, der es trotz vieler Schwierigkeiten geschafft hat, sich uns zu nähern und nicht zuletzt uns gezeigt hat, was wahre Kunst ist.
In diesen Jahren, neben Deutschkursen, Gitarrenkursen, Zeichenkursen und vielem anderen hat er uns auch eine spirituelle Unterstützung gegeben. Er hat uns gelehrt STOP zu Diskriminierung zu sagen und hat versucht für alle Jugendlichen eine angenehmen Atmosphäre zu schaffen.
Die Einbeziehung von Körper und Geist in die Arbeit wovor wir einen besonderen Respekt haben - vor ihm und aber auch vor Steffi.
Jetzt bleibt uns nur, ihm zu danken für diese besondere Anstrengung, und Steffi du musst wissen, dass wir immer neben dir sein werden, wir werden dich mit all unserer Kraft unterstützen, denn dieses Projekt kann hier nicht zu Ende sein.
Wir brauchen dich weiterhin und wir sind sicher, dass auch Ansgar unsere Herzen füllen wird um die Kraft zu haben weiter zu gehen.
Gott lass ihn in Frieden ruhen!"
Discurs inmormantare
Draga familie indoliata, dragi tineri si toti cei care sunt prezenti aici.
In aceasta zi de primavara ne-am adunat nu pentru a sarbatori ci din pacate pentru a ne lua ramas bun de la cel care acum 4 ani impreuna cu Stefi a initiat proiectul "Satul Nostru" cu scopul de a aduce o stralucire in viata tinerilor din Tipar.
Ne este greu sa spunem orice, nu suntem in masura sa judecam ce s-a intamplat, dar in amintirea noastra va ramane mereu acel Ansgar optimist si ambitios care, in ciuda greutatilor, a reusit sa se apropie de noi si nu in ultimul rand sa ne arate ce inseamna adevarata arta.
In acesti ani pe langa cursurile de limba germana, de chitara, pictura si multe altele ne-a oferit si un sprijin spiritual, ne-a invatat sa spunem stop discriminarii si a incercat sa ofere o atmosfera placuta tuturor tinerilor.
Implicarea trup si suflet in munca sa ne face sa avem un respect deosebit fata de el, dar si fata de Stefi.
Acum, nu avem decat sa ii multumim pentru acest efort deosebit, iar Stefi, sa stii ca vom fi mereu langa tine, te vom sprijini din toate puterile noastre, pentru ca acest proiect nu poate sfarsi aici.
Avem nevoie in continuare de tine si suntem siguri ca si Ansgar ne va umple sufletele pentru a avea puterea de a mergem mai departe.
Dumnezeu sa-l odihneasca in pace !
Der Verein Integra hat auf seiner Homepage eine Seite eingerichtet, auf der jede und jeder etwas schreiben kann: In Memoriam Ansgar Heilig:
Asocitia Integra are pe pagina web o rubrica unde fiecare poate sa scrie cateva cuvinte de ramas bun: Un ultim omagiu pentru Ansgar Heilig
Tipar, im Januar 2011
Japanische Klänge im Jugendhaus von Tipar
Vom 23.-25. Januar 2011 beherbergte Steffi Martus als ersten "couch-surf" Gast den japanischen Weltenbummler, Musiker und Komponisten Ushi Usu, der aufgrund seiner nicht uninteressanten Biographie kurzerhand auch im Casa Tineretului präsentiert wurde.
Ca. 2 einhalb Stunden stellte sich Ushi, der allein in den letzten 3 Jahren über 30 Länder bereiste geduldig den Fragen der interessierten Jugendhausbesucherinnen und – besucher, gab an der Gitarre einige seiner Kompositionen in japanisch und englisch zum Besten, und beglückte die eine oder den anderen ("Can you write my name in japanese please?") mit japanischer Kalligraphie.
Fredie war derart begeistert von Ushis Reiseberichten, dass er nahe daran war sein Ränzel zu schnüren und es ihm gleichzutun.
Nun ist die Messlatte auf der Interessantheitsskala natürlich gleich zu anfangs sehr hoch gelegt worden, und alle sind mächtig gespannt wer als nächster Gast hereinsurft!
Vom vedea!
Tipar wünscht:
"Gute Reise, Ushi!"
Tipar, im Januar 2011
Erste Investition in Jugendhauseigene Bibliothek
Am Montag, den 10. Januar 2011 machte sich das Literaturteam des Casa Tineretului bestehend aus Gabriela, Mariana, Justina, Dani und Steffi auf in die Stadt, nach Arad, um dort in den beiden bestsortierten Buchhandlungen den Grundstock für die seit langem geplante Bibliothek/Mediathek des Jugendhauses einzukaufen. Mit erstaunlichem Sachverstand, ohne Hektik und mit viel Genuss am Schmökern, verwandelten die fünf Expertinnen und Experten den dafür vorgesehenen Betrag ( umgerechnet 150€; dem edlen Spender sei hier nochmals gedankt!) in ein wohlausgewähltes und interessantes Sortiment aus Lexika, Sach- und Jugendbüchern.
Beim anschließenden gemütlichen Kaffeklatsch und Flanieren in Arads neu’ster Mall (Nr.2, von geplanten 6!) genoss man, beim Liften und Rolltreppesurfen noch ein wenig Raumschiff Enterprise Atmosphäre, bevor es; draußen dunkelte es bereits, zurück nach Hause ging, wo anderntags allenthalben noch tüchtig über den vorangegangenen, erfolgreichen Tag geschwärmt wurde.
Und alle waren sich einig: "Beim nächsten Einkauf bin ich wieder dabei!"
Tipar, im Dezember 2010
Kooperation mit dem Verein Integra
Seit Oktober 2010 sind wir nun auch in Kontakt mit dem Verein Integra, der sich Menschen mit geistiger Behinderung widmet - zur Homepage von Integra. Der in der Stadt Arad angesiedelte rumänische Verein unterhält dort unter anderem auch ein künstlerisches Begegnungsatelier für Menschen mit und –ohne Behinderung. Ziel von Integra ist es, die Integration behinderter Menschen in Rumänien zu unterstützen, und ihre Entfaltungsmöglichkeiten zu verbessern.
Ansgar Heilig (Satul Nostru e.V.) ist seit Oktober künstlerischer Projektleiter des Atelier Integra.
Idee ist es, die Synergien der beiden Vereine, Satul Nostru und Integra zu nutzen, beispielsweise beim gemeinsamen Antrag stellen für staatliche Zuschüsse, oder EU-Gelder, bei gemeinsamen Materialtransporten aus Deutschland, oder ganz einfach auch im Hinblick auf die sehr unterschiedlichen "Dorfmensch"-"Stadtmensch"Sozialisationen, Bandbreiten zu nutzen, ehrenamtliches Engagement in der rumänischen Gesellschaft zu fördern und den Spaß und die Vorteile eines solchen sichtbar zu machen.
Tipar, im November 2010
Am 11. November zählten wir 4 Jahre, seit Öffnung der Jugendhauspforten! Dies feierten wir natürlich standesgemäß, wieder in zwei Altersgruppen.
Am Samstag, den 13. fanden 38 junge Besucherinnen und Besucher den Weg ins Casa Tineretului,wo sie sich mit sichtbarem Vergnügen dem Luftballonzertreten, der Reise nach Jerusalem, der Disco und dem Verzehr von Hotdogs und Süßigkeiten widmeten. Schön war, daß wir dieses Jahr keine weitere Roma-Nicht Roma Partyaufspaltung betreiben mußten, sondern sich alle, über ethnische Schranken hinweg, und von harmlosem Geschubse auf dem Tanzboden abgesehen, bestens verstanden!
Am Freitag, den 19. November dann, gab’s den Spaß für die "Großen". Rund 60 Partylustige, auch aus den Nachbardörfern, gaben sich ein Stelldichein, und genossen auch dieses Jahr wieder das von der CT-Deko Crew auf’s trefflichste gestylte Dancefloor und Thekenambiente.
Dieses Jahr war es Dani, alias DJ"K", der die Puppen bis in die sprichwörtlichen tanzen ließ!
Und als im Morgengrauen die letzten Rhytmen verhallten, war das einhellige Motto:"Das war’ne super Party!" Und: "Bei Nr.5 organisier ich mit!"
Tipar, im Oktober 2010
"Zumba-Fieber" erreicht Tipar!
Das Mitte der 90er Jahre von dem kolumbianischen Fitnesstrainer Alberto Perez entwickelte Tanz-Fitnessprogramm "Zumba", das heiße lateinamerikanische Rhytmen mit noch heißerem Tanzschrittverschnitt mischt, hat nun endlich auch Tipar erreicht!
Zweimal wöchentlich treffen sich derzeit bereits ca 15 Tiparerinnen und Tiparer gemischten Alters, um zu rhytmischen Klängen vor der Beamerleinwand zu zappeln, wie’s die Kondition erlaubt!
Spaß solls machen, und gesund solls auch noch sein! Zumba ist der spanische umgangssprachliche Ausdruck für, sich schnell bewegen und Spaß haben.
Also, schnell hinbewegen, und Spaß haben!
Alles Zumba? Si, claro!
Tipar, im August 2010 Besuch beim Konsul - Visitenkarte hinterlegt!

Am 5.August 2010 hatten wir nun den bereits angesprochenen Termin bei Konsul Brennecke vom Deuschen Konsulat in Timisioara.
Annähernd 2 Stunden fanden wir Gelegenheit das Jugendhausprojekt vorzustellen, noch einmal seine Entstehungsgeschichte revue passieren zu lassen, und gemeinsam mit unserem Gastgeber etwaige Schnittstellen zwischen Konsulat und Satul Nostru e.V. herauszusehen. So war es uns wichtig, nicht nur als Bittsteller aufzutreten, sondern uns auch als Experten für Jugendhäuser im ländlichen Raum und interkulturelle Begegnungen auszuweisen, und diesbezüglich unsere Zusammenarbeit anzubieten. Konsul Brennecke, in dem wir ein sehr sachkompetentes und sympathisch hineinhörendes Gegenüber fanden, versprach dann auch uns zukünftig zu berücksichtigen, wenn Themen wie interkulturelle Jugendbegegnungen, Aufbau von Jugendhäusern oder etwa der bilaterale pädagogische Austausch im Feld der Jugendarbeit seinen Arbeitsbereich tangieren sollten. Darüberhinaus möchte er in Form eines persönlichen Empfehlungsschreibens an Vertreter von Wirtschaftsverbänden in unserer Region, dem Jugendhausprojekt vorwärtshelfen. Alles in allem also eine sehr fruchtbare und längst überfällige Begegnung!
Tipar, im Juli 2010

8 Tage blieb der Laden dicht!
Denn das Motto lautete:"Renovam impreuna!"-"Gemeinsames Renovieren!"
Ca. 15 mehr und weniger fleissige, freiwillige Helferinnnen und Helfer fanden sich ein, dem Jugendhaus kosmetisch auf die Sprünge zu helfen. Schwingschleifer kreischten, Pinsel zogen lautlos ihre Bahnen, Staub wurde geschluckt und lachend wieder ausgespuckt. Dann erstrahlten Fenster-und Türrahmen in neuem Glanz. Die Wände präsentieren sich nun in einem frischen rosarot, was sich hoffentlich als Vorzeichen auf eine ebensolche Zukunft des Casa Tineretului erweisen wird!
Tipar, im Juni 2010 AUS KINDERN WERDEN LEUTE
Am 12.06. war es soweit, da durften wir miterleben, wie aus unseren Kleinen ganz Grosse wurden. Acht Jahre Dorfschule waren geschafft! Geschleckt und gebügelt und schick, vom kleinen Zeh bis zu den Haarspitzen lauschten 16 junge Damen und Herren mehr oder weniger andächtig dem sorgfältig vorgetragenen Abschlusssegen der Doamna Directoara, und versprachen hoch und heilig, mit hinter dem Rücken überkreuzten Fingern, auch nicht eine Zeile aus diesem Eminescugedicht(...ähh wie hiess es doch gleich noch?...ähh) zu vergessen. Wahnsinn! Die hatten doch eben noch alle bei uns das Kinderprogramm besucht! Wo ist die Zeit geblieben? Da kroch dann schon die sprichwoertliche Gänsehaut über den Rücken, gespickt mit einem kleinen bisschen Stolz, denn gefeiert wurde erstmalig - in Zukunft aber immer wieder..."Na, ahnt ihr's wo?" Beim Kinderhaus St. Raphael Freiburg (Hallo Michael, Hallo Kinderhaus!) gäbs für die richtige Antwort jetzt ne Kerze zu gewinnen. Da wir leider vom Kerzenziehen (noch) nix verstehen, verraten wir's direkt: Im Casa Tineretului Tipar wurde gefeiert, bis morgens um 5 (wie die Grossen eben!), von den Jungs und Mädels selbst organisiert, und mit einer Dekoration, die vier Jahre Kunstatelierbesuch im CT nicht verhehlen konnte. Erfolgreich an die heissen Scheiben herangewagt( schnüff, wenn's doch noch Scheiben wären!), die dem ekstatischen Zucken auf dem dancefloor erst den tieferen Sinn verleihen, hat sich, wie schon bei vorangegangenen Partys DJane ANNA! Und wer nicht da war, hat's nicht gesehen! Bleibt von unserer Seite alljenen, die in Chisiniau Cris etwa die weiterführende Schule besuchen, aber auch denen, die glauben nun schon die noetige Reife für's Arbeitsleben erworben zu haben, Glück auf!, allzeits Gottes Segen und: immer eine Handbreit Wasser(mindestens!)unterm Kiel zu wünschen! Und natürlich, wie immer, wenn wir die Gelegenheit dazu finden, Euch und Ihnen, die das Jugendhausprojekt nun schon so lange mittragen(Bitte auch in Zukunft!)Danke zu sagen! Uebrigens: Am 5.August haben wir einen, schon lange ersehnten Termin auf dem Deutschen Konsulat in Timisoara, wo wir für's Casa Tineretului die Visitenkarte hinterlegen wollen. Schaumermal, wie mensch uns vielleicht auch noch von dorten unter die Arme greifen koennen wird! wir werden berichten.
Am 11. November 2009, heißt es: "Trei ani de zile Casa Tineretului Tipar!", 3 Jahre Jugendhaus Tipar! Dies wollen wir am Freitag den 13.11. um 20 Uhr kräftig feiern! Natürlich im Jugendhaus, mit "Mici" vom Grill, mit Live-Musik ("Nicolai"Ghita!!!) und mit DJ Zsolti. Wir werden euch berichten, und wenn ihr in der Nähe seid: "Schaut rein!"
Am 21.September, waren wir erneut zu Besuch in der Grundschule Waltershofen im schönen Allgäu, wo wir uns wieder wie Freunde unter Freunden fühlen durften, und wo wir vor den Kindern, dem versammelten Lehrerkollegium, und natürlich den Missionssingern um Bruno Sontheim ein weiteres Mal in einem Bildervortrag die neu’sten Neuigkeiten aus Tipar berichten durften, bevor wir mit einer äusserst großzügigen Spende im Reisegepäck wieder den Heimweg antraten. Das Casa Tineretului sagt:"Multumim frumos!", ganz, ganz herzlichen Dank und ganz liebe Grüße nach Waltershofen!
August 2009
Vom 28.August bis zum 10.September besuchte uns Vanessa, vom "Kinderhaus" aus Freiburg. Vanessa, die schon vorigen Sommer, beim letzten Besuch des Kinderhauses gar nicht mehr aus Tipar weg wollte, hatte mutig erstmals ein Flugzeug bestiegen, und uns diesmal ganz alleine besucht! Wir hatten zwei tolle Wochen zusammen, und erhalten seither regelmäßig Besuch vom Nachbarhund, dem Vanessa den Namen „Brownie“ gab, und dem sie,... "und das meine Damen und Herren ist wahrhaftig einmalig!", den sechsfachen Rückwärtssalto beibrachte! "Vanessa, komm wieder, Brownie kann noch mehr!"
Im Juni verstarb Bürgermeister Mihai Ban an den Folgen eines schweren Schlaganfalls. Mihai Ban war ein Jugendhaus-Protagonist der ersten Stunde. Wir werden ihn stets in freundschaftlicher Erinnerung behalten.
April 2009
Schenkt uns nix zum Geburtstag, spendet lieber für "Satul Nostru"!
So ähnlich dürfte es geklungen haben, als der Vater und die Tante unseres Freundes und Fotografen Marcus Mitte Januar zur gemeinsamen Geburtstagsfeier luden. Das Ergebnis, das uns nun erreichte: Ganze 1200 €! Unser Geburtstagsgeschenk: Ein ganz, ganz herzliches Dankeschön!, zufriedene Gesichter unserer Jugendhausbesucher/innen plus eine Einladung zu Kaffee und Kuchen, hier bei uns in Tipar! Unser Tip: "Nachmachen!!!"
Am 19. Oktober sind alle Tiparer Konstanzer!
Am 19. Oktober 2008 nimmt das Kinderhaus St. Raphael Freiburg in Form eines Sponsorenlaufs teil am Konstanzer Altstadtlauf. Der Erlös hierfür kommt unserem Jugendhausprojekt zugute. Wir hier in Tipar meinen:"Eine super Idee!" Nähere Informationen hierzu unter Kinderhaus St. Raphael
3.September 2008
Neues aus Tipar!!! Liebe Freundinnen und Freunde von Satul Nostru, wahrscheinlich denken viele von euch, dass es uns hier schon gar nicht mehr gibt. Richtig ist jedoch, dass wir hier mehr denn je aktiv sind und es einfach nur im 10-Monatsrhythmus schaffen bei all den Ereignissen innezuhalten und den Blick zurückschweifen zu lassen. Über Silvester hatten wir erneut lieben Besuch vom Kinderhaus St. Raphael (6 Kinder und Jugendliche sowie vier Erwachsene), die für fünf Tage miterlebten, wie wir hier in Tipar den Winter verbringen. Wie bereits an Pfingsten hatten wir eine wunderschöne Zeit zusammen. Highlights waren die kurzweilige, vertobte Silvesterparty gemeinsam mit den Jugendlichen von Tipar und eine Caruta (sprich: caruza= Kutsch-)-fahrt durchs verschneite Tipar-Land. (Näheres unter Kinderhaus St. Raphael; wieder mit tollen Fotos unserer Hoffotografen Marcus und Eileen!!!)

Interkulturelle Silvesterparty
Im neuen Jahr ging es dann gleich gemeinsam mit den älteren Jugendhausbesucherinnen- und besuchern ans Renovieren des größten Raumes, welcher bislang hauptsächlich als Tischtennisraum dient, in Zukunft aber auch Raum bieten soll für die Kino-AG (mit Beamer) und für Live-Music-Events. Die alten, uns überlassenen Langbänke des Camin Cultural (in etwa Gemeindesaal) werden derzeit ebenfalls in Zusammenarbeit mit unseren Jugendlichen zu veritablen Kinositzgelegenheiten umrestauriert, mit Sitzbepolsterung und vom Schmied des Dorfes eigens angefertigter Rückenlehnensituation... Wow!!! Des Weiteren bieten wir seit Februar Gitarrenanfängerkurse (hierfür nehmen wir GERNE noch Gitarrenspenden entgegen!) und Deutschkurse an. Beides stößt auf sehr große Resonanz.

Mit der Kutsche durchs verschneite Tipar
Ende April war es dann wieder an der Zeit für den Heimaturlaub in Freiburg mit integrierter Satul Nostru e.V.-Jahreshauptversammlung. Zum dritten Mal führte uns der Weg dorthin über das schöne Allgäu zur Grundschule Waltershofen, wo wir von Bruno Sontheim und seinen Missionssängerinnen und –sängern sowie der gesamten Schülerschar, Lehrerschaft und Schulleitung aufs Herzlichste empfangen wurden und wo wir erneut einen Bildervortrag über unsere Jugendhausarbeit halten durften, bevor wir um sage und schreibe 5281€ reicher weiterreisten. Euch allen hierfür ganz, ganz herzlichen Dank! Am 30. April hatten wir dann Gelegenheit in unmittelbarer Nachbarschaft unseres Vereinssitzes, im Diakonissen-Mutterhaus Freiburg, den Bildervortrag zu wiederholen. Auch hier war der Empfang überaus herzlich, das Interesse und die Anteilnahme groß und auch hier durften wir reich beschenkt weiterziehen. Ganz herzliches Danke hierfür! Last but not least ein ganz großes Dankeschön an Felizitas Neumann und Pia Seiler sowie an all die anderen Teilnehmer der Oberstufenprojektwoche der Freien Waldorfschule Freiburg Wiehre, die (die Badische Zeitung berichtete darüber) innerhalb einer Woche ungeheure Energien freisetzten, einen LKW organisierten und drei soziale Projekte in Rumänien (u.a. unser Jugendhausprojekt!) tatkräftig unterstützten. Die stolze Summe von 1200€ sowie zahlreiche Sachspenden erreichten uns und wir können einfach nur sagen: ihr seid SUPER! Danke euch allen. Summa summarum dürfte die Jugendhausfinanzierung somit bis Ende 2008 in trockenen Tüchern sein. Größere Anschaffungen waren unter anderen ein über den Laptop ansteuerbarer Großbildprojektor (Beamer), der uns nicht nur die Öffentlichkeitsarbeit immens erleichtert, sondern auch das Herzstück unserer bereits genannten Kino-AG bildet (einige ältere Jugendliche sollen hierfür noch eigens im Gebrauch desselbigen angelernt werden) sowie eine "richtige"“ kleine große Gesangsanlage plus Boxen, die unserer Idee einer Bandgründung außerordentlichen Aufschwung verleiht. Überhaupt: die „selbstgemachte“ Musik! Mit Ghita (sprich: Gizzä), 20 Jahre, einem Jugendhausprotagonisten der ersten Stunde und ein musikalisches Genie sind wir bereits ein ganz großes Stück weit in die Idee der Eigeninitiative und Eigenverantwortung hineingegangen. Ghita ist nicht nur der Meister am Keyboard und am Akkordeon, sondern auch ein pädagogisches Naturtalent und ein ganz großer Versteher, Erklärer und Befürworter der Jugendhausidee. Seit Kurzem nutzt er die Jugendhausräume in eigener Sache für Keyboardunterricht, den er anleitet und wir sind hoffnungsfroh ihm in absehbarer Zeit Teile der kulturellen/künstlerischen Arbeit – Ghita ist auch ein beachtliches Mal-und Zeichentalent- mit den Kindern und Jugendlichen in eigener Regie zu übertragen. Denn es war und ist ja die Idee von Satul Nostru e.V. die Jugendhausidee mit anzuschieben, so dass die Menschen hier im Dorf langfristig selbst in der Lage sind ihr Programm zu gestalten.
100 Jahre Tipar!
Auftritt bei der 100-Jahrfeier von Tipar
Vom 16.-17.August steppte nicht nur der sprichwörtliche Bär, sondern es tanzten gleich auch noch sieben weitere im Dorf beheimatete Tiere auf der eigens für die "Zilele Satului" (Dorftage) angefertigten Bühne: Tipar feierte 100 Jahre Namensgebung mit Glanz und Gloria, Pauken und Trompeten, Hinz und Kunz, einer spektakulären Motorradshow, Überraschungsgästen, einem fulminanten Feuerwerk (mit Beethovens 9ter) und mit uns vom Casa Tineretului, die vom Organisationskomitee ,um Teilnahme angefragt, natürlich nicht verneinten. Und wir haben sie alle auf die Bühne gebracht: sieben Kinder mit im Jugendhausatelier selbst gefertigten Tierköpfen, Sängerinnen und Sänger, Tänzerinnen und Tänzer, ein tolles Bühnenbild, Ghita am Keyboard , Ansgar an der Gitarre. Auf die Melodie von Nicolae Ghutas (Manelekönig aus Timisoara) "Gigolo" haben wir einen neuen Text geschrieben, der nochmal die Geschichte des Jugendhauses leicht ironisch thematisierte und für die ca. tausend trotz vorangegangenem Regenschauer erschienenen Dorffestbesucher transparent machte: "Suntem animalele Tiparului/Toti umblam la Casa Tineretului: wir sind die Tiere von Tipar/ wir besuchen alle das Jugendhaus". Der Auftritt war wirklich ein Riesenerfolg, ebenso das am zweiten Tag des Dorffestes von uns durchgeführte Kinderspielprogramm in fünf Stationen: 100 Punkte für das Casa Tineretului! Als uns anderntags Bürgermeister Ban ganz ernst und ehrwürdig die Hände schüttelte und (übersetzt) sagte "Eure Vorstellung war wirklich ganz außerordentlich und ich muss es jetzt wirklich nochmal sagen: die Jugendhausarbeit trägt wirklich sichtbare Früchte; die Veränderung bei den Menschen ist bereits deutlich zu spüren!", wurde uns ganz warm ums Herz und wir möchten dieses tolle Lob an euch, die ihr uns bisher so phantastisch unterstützt habt, gerne hier weitergeben!
Abschiedsfoto mit dem Kinderhaus St. Raphael Freiburg

"Caruzza"-fahrt mit unserer Praktikantin Eva
Ach ja: "Eva!" Eva Petersen, noch rechtzeitig vor den "Zilele Satului" zu uns gestoßen, ist unsere erste "richtige" Praktikantin im Projekt. Eva, gebürtige Flensburgerin, studiert derzeit in Jena Französisch und Latein auf Lehramt und nebenbei Rumänisch, spricht also auch Rumänisch, sogar "´n büschn" Ungarisch und ist eine ungeheure Bereicherung für uns. Ihre Teilnahme zeigt uns, um wieviel leichter die Arbeit hier bereits wäre, wenn uns nur eine dritte, kompetente Person längerfristig unterstützen würde. Leider verlässt sie uns bereits am 6.09. wieder und wir überlegen schon fieberhaft, wie wir sie bei uns halten könnten. Eva am liebsten mitgenommen hätte auch das Kinderhaus St. Raphael Freiburg, das uns vom 19.-26.08. 22 Kind, Mann und Frau hoch bereits zum dritten Mal in Tipar besuchte. Es war einfach wunderschön zu sehen, wieviele Kontakte durch die bereits vorangegangenen Begegnungen hier entstanden sind und wie die Tipar-Kenner unter den Kinderhausbesuchern sich hier souverän im Dorf bewegten, Freunde besuchten und jede Menge Spaß zusammen hatten. Ein bisschen mit einem weinenden Auge war ja diesmal der Besuch, war es doch der Abschied von Kinderhausmitarbeiter Christian Hirsch (2. Vorsitzender von Satul Nostru e.V.) vom Kinderhaus sowie von Dennis, der ebenfalls das Kinderhaus verlässt und seinen eigenen Weg weitergeht. Tipar wünscht alles Gute hierfür! Aber natürlich überwog auch diesmal wieder das lachende Auge, denn es gab auch gleich drei Geburstage zu feiern, Livemusik mit Ghita, Spanferkelschlachten- und grillen, Essen für die VegetarierInnen, Carutafahrt mit Grillfest, "Fluss"-pferde reiten, tolle Begegnungen im Jugendhaus, super Wetter, Hirschi und Gabi, Regenschauer, landschaftsgärtnerische Meisterleistungen (Danke Matthias!!), blaue Zäune und Füße (Danke Feli!), rotierende Schwingschleifer und schwäbische Eisenbahnen (Danke Christoph!), Geschichten von Kater Konrad (Danke "Konrad"!) und vieles mehr. Wir empfehlen auch hier wieder www.kinderhaus-st-raphael.de Was für eine tolle Zeit wir wieder zusammen hatten, drückt sich vielleicht am besten in einem Zitat von Vanessa aus, die zum ersten Mal mit dem Kinderhaus in Tipar war: "Mir gefällt es hier so gut! Wenn die anderen zurückfahren, versteck´ ich mich einfach und bleib´hier!" Auch für die Dorfbewohner von Tipar war der Kinderhausbesuch wieder ein ganz besonderes Ereignis. Irina, eine der Organisatorinnen der Dorftage, plant bereits für den nächsten Besuch ein gemeinsames Tanz-/Musikprojekt.

"Fluss"-pferde reiten
Also, lieber Michael Neumann, liebes Kinderhaus: Bitte unbedingt wiederkommen!!!! Danke, es war wie immer wunderschön mit euch! Im Oktober ist geplant, die Verantwortung für das Jugendhaus von Satul Nostru Romania auf die Gemeinde zu übertragen. Gerade in dieser Phase ist es ungeheur wichtig, die bereits so erfolgreiche Geschichte vom Casa Tineretului Tipar gemeinsam mit euch weiterzuschreiben. Liebe Freundinnen und Freunde, ganz, ganz großen Dank für eure bisherige Unterstützung und bitte, bleibt dran mit Herz, Hirn und Seele! Ganz liebe Grüße aus dem spätsommerlichen Tipar, Steffi, Ansgar, Eva und Konrad
September 2008, Praktikumsbericht von Eva Petersen
Eindrücke aus einem vierwöchigen Praktikum bei Satul Nostru e.V.
Eigentlich dachte ich, ich hätte während meines Freiwilligen Sozialen Jahres Rumänien recht gut kennengelernt. Mein vierwöchiges Praktikum bei Satul Nostru e.V. in Tipar belehrte mich eines Besseren. Ein 1400 Seelen Dorf im flachen Banat beäugt mich zunächst skeptisch, wenn ich Steffi und Ansgar auf ihren Wegen begleite. Aber die Skepsis währt nicht allzu lang. Gleich zu Beginn meiner Zeit in Tipar geben mir die Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen der Tiparer Dorfkirche Gelegenheit mit den Einheimischen auf Tuchfühlung zu gehen. Auf einmal bin ich mitten im Dorfgeschehen. Ungezwungen komme ich mit den Menschen hier ins Gespräch, man tanzt und lacht gemeinsam. So lerne ich hier, anders als während meines FSJs, das rumänische Landleben kennen. An den Umgang mit kalter Gartendusche und Wasserpumpe gewöhne ich mich schnell, die Vorzüge des Obst-und Gemüseanbaus, der natürlichen Ruhe lerne ich zu schätzen. Es ist aber eben nicht die ländliche Idylle, die hier aus den Augen einer Deutschen in der Luft zu liegen scheint. Der Unterhalt einer Familie muss schwer verdient werden. Nicht zuletzt ein Grund dafür, dass es die Jugendlichen in der Schule häufig nicht zu einem Abschluss bringen und als ungelernte Kräfte auf dem Bau oder in einem anderen Bereich tätig sind. Vorallem bei den hier sesshaft gewordenen Roma, deren verfallene Häuser den Dorfrand säumen, erfahren die Kinder meist gar keine Schulbildung. An dieser Stelle kommt die Arbeit von Satul Nostru zum Tragen. Das aufwendig hergerichtete Jugendhaus hier in Tipar bietet den Kindern und Jugendlichen des Dorfes die Möglichkeit Abstand von Familienproblemen wie Alkoholismus oder Gewalt zu gewinnen, die hier in Tipar doch recht gravierend zu sein scheinen. Aber Satul Nostru geht weiter, will der Verein den Kindern doch begreiflich machen, dass sie gemeinsam etwas auf die Beine stellen können und auch ihr Dorf vorantreiben können. Ein gutes Beispiel ist hier die Aufführung des Jugendhauses beim 100-jährigen Jubiläum. Begeisterte Anerkennung von vielen Dorfbewohnern bestätigt die Arbeit von Satul Nostru als als Tiere verkleidete Kinder singend die Bühne erstürmten. Das viertägige Programm im Jugendhaus bietet den Kindern mehr als nur Abwechslung. Eine Förderung durch handwerkliche und künstlerisch-kreative Angebote im Atelier, durch Deutschkurse und Gitarrenunterricht wecken in den Kindern und Jugendlichen einen Antriebsgeist für Neues. Gerade mit Musik ist es Steffi und Ansgar gelungen, viele Kinder an einen Tisch zu bringen. Nach wie vor ist es problematisch Roma und Nicht-Roma zusammenzubringen. Schön ist es also zu sehen, wie das gemeinsame Musizieren und Tanzen viele zusammenführt. Jedoch bedarf es hier einer größeren Anzahl von Instrumenten (Spenden werden gerne entgegengenommen), um dieses Angebot mit seiner pädagogisch wichtigen Wirkung weiterführen zu können. Ein weiterer Höhepunkt für mich war der Besuch des Kinderhauses St. Raphael aus Freiburg. Hier wurde den rumänischen und den deutschen Kindern und Jugendlichen im Rahmen von gemeinsamen Unternehmungen wie Kutschfahrt, Reiten, Spielen oder Baden die Gelegenheit zum Austausch gegeben. Fehlende Sprachkenntniße verhinderten nicht, dass Freundschaften geschlossen wurden. Kann es einen besseren Ansatzpunkt als den von Satul Notru geben, Europa zusammenwachsen zu lassen? Meiner Meinung sind Jugendbegegnungen solcher Art das beste Mittel Vorurteile gegenüber dem Osten Europas abzubauen bzw. gar nicht erst aufkeimen zu lassen. Vielfältig ist also- wie gezeigt- das Wirken von Satul Nostru: individuell, intrakulturell, interkulturell. Die Ideen von Steffi und Ansgar sind bei Weitem nicht erschöpft. Im Gegenteil! Lassen Sie uns also alle dazu beitragen, dass dieses Projekt wachsen kann und irgendwann, seinen Kinderschuhen entwachsen, auf eigenen, auf Tiparer Beinen stehen kann.
23.Dezember 2007

...Ein Jahr ist vergangen, seit wir uns das letzte Mal mit einem offenen Brief aus unserem Jugendhausprojekt, hier im rumänischen Pusztadörfchen Tipar (gespr.:Zipar) gemeldet haben. Viel ist geschehen, vieles bewegt worden. Am 11. November, duften wir "Einjähriges" der Jugendhauseröffnung feiern. An vier Tagen der Woche unterhalten wir ein altersspezifisches (10–25 Jahre) Jugendhausprogramm, das gemeinsam mit den Jugendlichen gedacht und umgesetzt wird. Spiel und Unterhaltung, Handwerkliches-, Künstlerisches- und Musisches Schaffen im Dialog mit den Jugendlichen sind hierbei die Schwerpunkte. Sehr froh sind wir, dass es uns gelungen ist, im multiethnischen (Rumänen, Ungarn-, Slowakisch-, noch wenige Deutsch-stämmige und Roma) Dorf Tipar, Akzeptanz geschaffen zu haben, gerade auch Kinder und Jugendliche der Gruppe der Roma am Programm teilhaben zu lassen. Auch in Sachen "Interkultureller Jugendaustausch" waren wir erfolgreich. Pfingsten ´07 besuchte uns eine 18 köpfige Gruppe vom "Kinderhaus St.Raphael" aus Freiburg. Für beide Seiten war dies nicht nur ein ungeheuerer Spaß, sondern auch ein wundervolles Lernfeld in der Begegnung der doch sehr unterschiedlichen EUropäischen Lebenswelten. Für das kommende Jahr ist ein Gegenbesuch mit Jugendlichen aus Tipar in Freiburg geplant. Auch hat uns bereits eine Anfrage einer Pfadfindergruppe aus Freiburg erreicht, die ebenfalls im kommenden Jahr gerne bei uns vorbeischauen möchte, worüber wir uns sehr gefreut haben. Die Fertigstellung unseres Kunstateliers haben wir im Oktober mit einer Skulpturenausstellung im alten Rathaus von Tipar gekrönt. Die Resonanz der Dorfbevölkerung war ausgesprochen positiv. Auch 18 Jahre nach dem Sturz des Ceausescu-Regimes und nach dem 2007 erfolgten EU-Beitritt Rumäniens, liegt politisch und wirtschaftlich noch vieles im Argen. Zwar erlangten die Rumänen Freiheit und Demokratie, aber sie verloren gleichzeitig die soziale und wirtschaftliche Sicherheit des alten Systems. Heute sind die Läden voller Waren, aber nur wenige können sie sich leisten. Gerade im ländlichen, strukturschwachen Raum zeigt sich die Perspektivlosigkeit am deutlichsten. Wer nach acht Jahren Dorfschule einen Hilfsarbeiterjob am Fliesband ergattert, kann sich "glücklich" schätzen. Wirkliche Ausbildungsplätze gibt es so gut wie keine. Gerade hier zeigt sich die Wichtigkeit und Notwendigkeit eines Jugendhauses, als Fluchtpunkt im positiven Sinne, als Ort der kreativen Selbstfindung und der Weiterentwicklung außerschulischer Kompetenzen. Übrigens: Bereits im November 2001, vor dem Hintergrund des Besuchs des rumänischen Staatssekretärs Ruse in Bonn, wurde der IJAB (intern. Jugendaustausch Bund) vom Bundesfamilienministerium (BMFSFJ) beauftragt, einen Informationsaufenthalt für rumänische Pädagogen zu organisieren, die vom rumänischen Jugendministerium mit der Gründung der ersten rumänischen Jugendzentren beauftragt waren. Als wir uns vor einiger Zeit nach den Fortschritten in dieser Sache erkundigten, mußten wir leider erfahren, dass nach dem Ausscheiden des Staatssekretärs, diese Initiative bedauernswerterweise eingeschlafen sei. Wir machen weiter, mit Suflet & Inima, Seele und Herz, wie die Rumänen sagen, und hoffen auch weiterhin auf Ihre / Eure ideelle, finanzielle und phantasievolle Unterstützung. Auf dass wir alle gesund durch den Winter kommen mögen!
10.Juni 2007

Besuch bei Bürgermeister Ban
Unsere erste INTERKULTURELLE JUGENDBEGEGNUNG hat stattgefunden. Von Ende Mai bis Anfang Juni besuchten uns 18 Kinder, Jugendliche und Erwachsene vom Kinderhaus St. Raphael in Freiburg. Nähere Informationen hierzu finden Sie bei Kinderhaus St. Raphael.
17.April 2007
Nachdem sich den Winter über das Geschehen auf den bis dahin einzig beheizbaren Raum beschränken mußte, steht unser Atelier, und somit der zweite Raum kurz vor der Fertigstellung. Grundsätzlich schwierig bleibt die Feuchtigkeit der Räume, da das Gebäude ca. 16 Jahre leer stand, und letztendlich werden wir um eine kostspielige Grundsanierung wohl nicht herum kommen.
Doch der Lenz ist da und somit die Möglichkeit viel im Freien zu arbeiten. Großgeschrieben wird momentan der SKULPTURENBAU in Pappmachee und Hasendraht. In unserem Garten tummeln sich Dinos, Tiger, Pferde, Zebras, Hunde, Eulen und mancherlei mehr Getier, angefertigt von den immer geschickter werdenden Jugendhaus Besucherinnen und Besuchern. Geplant ist eine abschließende Ausstellung mit richtiger Vernissage in der Dorfschule oder im Alten Rathaus. Überhaupt wecken unsere Programmangebote immer mehr Interesse, sodass wir schon seit längerem daran arbeiten unser Team zu erweitern. Das Angebot einer Praktikumsstelle an die Sozialpädagogische Fachschule in Arad ist bereits herausgegangen, und es war von vornherein die Idee aus den Reihen der älteren Jugendlichen Unterstützung in der Arbeit mit den Jüngeren zu finden.
Momentanes Highlight in unserem Garten ist ein echter „Hänsel und Gretel-Backofen“, der unter fachmännischer Anleitung gemeinsam mit einigen der älteren Jugendlichen gemauert wurde. Jetzt können wir unser eigenes Brot und Pizza backen!
Desweiteren steht unsere erste Jugendbegegnung ins Haus. Schon jetzt freuen wir uns auf den Besuch der Jugendlichen vom Kinderhaus St. Raphael aus Freiburg, die Ende Mai für einige Tage ihre Zelte bei uns aufschlagen werden. Geplant ist ein Programm aus Workcamp, Freizeit und Ausflügen.
Nochmal ganz heißen Dank an Bruno Sontheim und seine Missionssänger der Grundschule Waltershofen/Kisslegg im Allgäu, die für unser Jugendhausprojekt 5000 Euro ersungen haben. Der Spendenumschlag wurde von unseren Kindern mit Jubel entgegengenommen. Alles in allem wäre unsere Finanzierung somit bis Anfang Herbst 2007 gesichert.
Missionssinger der Grundschule Waltershofen

Kinder vom Casa Tineretului mit dem erhaltenen Spendenumschlag

Skulpturenbau aus Pappmachee
28.November 2006
Seit nunmehr drei Monaten befinden wir uns also direkt im Projekt "CASA TINERETULUI" (Jugendhaus). Mit großer Freundlichkeit und viel Neugierde sind wir hier in Tipar (gespr.: "Zipar") empfangen worden, und meinen, wie es so schön heißt, bereits recht "sattelfest" geworden zu sein. Am Samstag den 11.11.2006, um 20 Uhr Ortszeit, wurde mit einer gelungenen Auftaktfeier das Jugendhaus eröffnet. Ca. 50 Kinder und Jugendliche waren anwesend, und gemeinsam mit ihnen wurde das weitere Vorgehen diskutiert und in einem vorläufigen Programm festgelegt.
Drei verschiedene Altersgruppen (5-10 Jahre, 11-16 Jahre, 16 Jahre und älter) werden das Jugendhaus von Mittwoch bis Samstag für verschiedene Aktivitäten nutzen.
Vorab wird gemeinsam mit den beiden älteren Gruppen renoviert, wo es auch schon viel Gelegenheit gibt, sich schon jetzt an den zukünftigen Möglichkeiten der Raumgestaltung zu erfreuen. Die Wünsche der Jugendlichen reichen von Modellbau über Theater und Live-Musik bis hin zu einem Forum, in dem jugendpolitische Anliegen diskutiert und zu Gehör gebracht werden können.
Satul Nostru e.V. Deutschland
Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 - 312 O 85/98 - ”Haftung für Links” hat das Landgericht (LG) in Hamburg entschieden, dass man durch die Anbringung eines Links, die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann - so dass LG - nur dadurch verhindert werden, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Hiermit distanzieren wir uns ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten.











